Lesetipp: Helden

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Hier  möchte ich euch auch ab und zu andere Jugendbücher vorstellen, die richtig gut sind.

Das eBook Helden von Florian Tietgen gehört auf jeden Fall dazu und findet noch viel zu wenig Beachtung. Dieser Autor schreibt nicht, er malt seine Geschichten mit Worten.

Meine Rezension:

***** Innovative Umsetzung einer einfühlsamen Geschichte!

Tietgen erzählt die Geschichte zweier Jungen, die sich im Heim ein Zimmer teilen müssen. Die Jungen haben mehr Sorgen als die Pubertät; sie  sind durch ihre grausamen Erfahrungen in der Kindheit miteinander verbunden. Auch haben sie gemeinsam, dass sie nicht über ihren Kummer sprechen. Jan, 13, verarbeitet seine Probleme zuerst in Gedankengeschichten, später in Zeichnungen, während Jonas 14, eine Fantasygeschichte verfasst, die Parallelen zu seinem eigenen Leben beinhaltet. Was beide auf Grund ihrer Persönlichkeiten erst mit der Zeit erfahren, ist, dass sie sich eigentlich mögen bzw. sogar gegenseitig bewundern. Hier ist der Spannungsbogen geschickt aufgebaut.
Doch bis dahin ist ein langer Weg, den der Leser auf Grund der besonderen Struktur dieses eBooks mitverfolgen kann. Wenn er möchte, und den Empfehlungen des Autors folgt – was ich gerne getan habe – ist er den Protagonisten immer einen kleinen Schritt voraus. Durch die Verlinkung der verschiedenen Perspektiven ist ein Wechsel zwischen Jan, Jonas, den Zeichnungen und der spannenden Fantasygeschichte jederzeit möglich. Dies wäre bei einem „normalen“ Buch nur sehr schwer umzusetzen. Insofern ist DroemerKnaur hier eine technische Raffinesse gelungen.
Die Personen in dieser Geschichte sind so lebendig, dass ich dachte, sie säßen neben mir. Dabei hält Tietgen sich gekonnt mit äußeren Beschreibungen zurück und überlässt vieles der Fantasie des Lesers. Für jeden seiner Protagonisten wählt Tietgen eine eigene Ausdrucksweise, ein besonderes Bild, eine eigene Welt, sodass der Leser nicht durcheinander kommen kann. Die Sprache ist dabei nicht aufdringlich und ausschmückend sondern auf den Punkt genau und trotzdem teilweise sehr schön bildlich.
„Helden“ ist nicht nur eine spannende, tiefsinnige und unterhaltsame Lektüre; man kann auch einiges daraus lernen. Deshalb empfehle ich das Jugendbuch für den Einsatz im Deutschunterricht genauso wie für Eltern, die einmal einen Blick in die Psyche der Probleme Heranwachsender werfen wollen.

Wenn ich könnte, würde ich mehr als 5 Sterne vergeben!!!

 

Hier ein möglicher link zum Download: http://www.amazon.de/Neobooks-Helden-Geschichte-zwischen-ebook/dp/B0056A8VLY/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1333120970&sr=1-1

 

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  1. Mir hat an dem Buch sehr gefallen, dass es interaktiv ist. Man wird als Leser mit einbezogen … man kann entscheiden, an welchen Stellen man weiterliest oder auch einfach dem Tipp des Autors folgen. Dazu kommt, dass es teilweise ein graphic novel *im* Buch ist. Teilweise werden Passagen durch Zeichnungen erzählt. Allerdings … auch wenn es die nicht gäbe … ist das Buch sehr bildhaft. Weil der Autor es schafft, mit Buchstaben, die zu Worten werden, die zu Sätzen werden, zu malen. Sehr empfehlenswert!

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