Ganz ohne Netz?

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Wenn ich nach einem langen Schultag nach Hause komme und mich vor den PC setze, versuche ich mich zu erinnern:

Wie war es eigentlich früher, als ich in dem Alter meiner Leser war?
Ohne Internet.
Ohne Facebook.
Ohne Handy.
Was heute kaum noch vorstellbar ist, war früher selbstverständlich.
Vielleicht wusste ich nicht sofort, ob meiner Freundin der neue Rock gefällt, was sie gerade macht, mit wem sie befreundet ist.
Ich hatte auch keine Ahnung, wie viele Freunde meine Freunde haben, und ob die gerade in der Kneipe sitzen oder nicht.
Wenn ich fragen wollte, welche Hausaufgaben wir aufbekommen haben, musste ich zum Telefon gehen. Und ich konnte nur im Flur telefonieren, wo mich jeder hören konnte. Und wo die Schwestern schon warteten, die auch telefonieren wollten.
Ich habe auch nicht stündlich SMS von meinem Freund bekommen. Dafür aber gab es ab und zu mal einen Brief.

So war das damals, als wir noch nicht wussten, dass es einmal tragbare Handys geben würde, mit denen man jederzeit erreichbar ist. Dass man in einem Internet gleichzeitig auf der ganzen Welt unterwegs sein kann.
Und niemals hätte ich geahnt, dass es mal elektronische Bücher geben würde, und dass ich eins schreiben würde. 😉

Wenn ich dann wieder ein paar Smartphones eingesammelt habe, die verbotener Weise verwendet wurden, frage ich mich: Wer hat/te es denn nu besser?

Was ist wirklich wichtig?
Was meint ihr? Würdet ihr heute ohne Vernetzung leben können?

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  1. Eine interessante Diskussion, die sich hier entwickelt. Vielen Dank für eure Beiträge! Ich denke auch, dass der Mensch ein „Gewohnheitstier“ ist und Rückschritte nur sehr schwer ertragen kann. Ich war auch Handygegner und inzwischen besitze ich ein Smart-Phone. 😉
    Der Gruppenzwang ist natürlich auch hier nicht zu unterschätzen, aber vor allem finde ich das Argument zum Schreiben unschlagbar. Auch ich kann es mir nicht vorstellen, wieder mit einer Schreibmaschine zu texten und in Bibliotheken zu recherchieren. 🙂

  2. XD Ich bin Blogger und will Autorin werden. Ohne Internet wäre das erste Hobby schon mal erledigt und das zweite? Ich könnte mir nicht vorstellen, dass alles auf Schreibmaschine zu tippen, bei jedem Fehler von vorne anfangen, zu müssen. Ich schätze ich würde hoffnungslos untergehen. Ich glaube aber nicht, dass wir es heut zu Tage schöner haben. Es ist einfach nur einfacher 😉

  3. Also ganz ohne Internet könnte ich auch nicht leben. Andererseits merke ich, wenn ich unterwegs auf Reisen bin und es nur ganz begrenzt Internet gibt, dass es wirklich eine Gewohnheitssache ist, denn dann geht’s auch ohne. In diesen Genuss der Webabstinenz kommt man natürlich kaum noch, wenn man das Internet immer mobil dabei hat … Recherchearbeit ohne Internet ist für mich allerdings wirlich kaum noch vorstellbar.

    Streetread.wordpress.com

  4. Ohne Internet geht bei mir gar nichts mehr :). Wenn ich nicht ins Netz komme, kann ich nicht recherchieren was bedeutet, dass ich kein Geld verdiene….bin also schon sehr froh ueber diese Entwicklung 🙂

  5. Ich glaube, es ist schwer, sich das vorzustellen … Briefe und Postkarten schreibe ich allerdings immer noch. Vor allem Liebesbriefe. 😉

    Ein smartphone werde ich mir nicht kaufen, ich finde das wahnsinnig – man muss nämlich echt nicht immer erreichbar sein. Bzw. eine Freundin von mir sagte neulich: „Also, das ist schon ganz schön, aber man ist irgendwie immer gestresst, weil man durch die ständige Erreichbarkeit auch immer das Gefühl hat, man MUSS auch immer gucken, was die anderen machen …“ Nenenenene.

    Außerdem regt es mich unglaublich auf, wenn man mit Leuten zusammen sitzt und permanent ist irgendwer ständig mit dem verdammten Ding beschäftigt …

    Ist aber eine interessante Überlegung (mein Festnetztelefon hat übrigens eine SCHNUR …), und um genau dieses Thema geht es in meiner aktuellen Kurzgeschichte. 😉

  6. Ich habe mir mein erstes Handy mit 15 gekauft, für 100 Mark (ja nix Euro *g*), ein Prepaid Dingen mit Antenne dran, damit ging wirklich nur telefonieren und SMS schreiben und das war da alles so teuer, dass ich es eigentlich auch vermieden habe. Meinen PC habe ich 99 bekommen und Internet ein Jahr später, ich konnte schon mit ISDN anfangen und 6 Monate danach hat die Telekom die ISDN Flatrates eingestellt und es gab DSL, was für eine Innovation 🙂

    Es gab da zwar schon jede Menge Communitys, Chats und und und, aber das kommt bei weitem nicht an die Social Networks von heute ran. Ich denke, dass man auch heute noch ohne Vernetzung leben kann, wieso auch nicht, man muss sich nur wieder daran gewöhnen: Back to the roots. Klar, es wird dann wesentlich schwerer sein mal eben die Freundin, die gerade ein Auslandsjahr in Australien macht, zu fragen wie es ihr geht, da muss man sich eben irgendwie arrangieren. Und wenn es diese Technologie nie gegeben hätte, dann würden wir heute auch nichts vermissen.

    Tröste dich, ich musste auch lange Zeit im Flur telefonieren, meine Eltern haben erst vor 6 Jahren das alte, rote Telefon mit den schwarzen Tasten entsorgt und gegen ein tragbares, modernes Telefon eingetauscht.

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